Manchmal läuft es halt nicht so

Da versucht man möglichst positiv in eine neue Woche zu starten, nach dem in der vergangenen Woche so einiges schief ging, und dann kommen doch glatt wieder Menschen daher, die es schaffen den neuerrungenen Optimismus wieder zu ruinieren…

 

Letzte Woche hat ja ziemlich normal angefangen, was dann plötzlich passiert ist weiß ich auch nicht… Donnerstagmorgen wollte ich mir um kurz nach 6 Frühstück machen (um halb 7 müssen wir los zur Uni), öffne den Kühlschrank und die Obst-/ Gemüseschublade ganz unten und sehe nur das alles schwimmt. Alles im Kühlschrank war nass, weil irgendwie ein Teil des Gefrierfachs über Nacht von selbst abgetaut ist. Genau das Richtige für diese Tageszeit. Uni war Donnerstag prinzipiell ganz gut. Nach unseren Seminaren waren wir dann ja noch in dem Seminar zum 25. Jubiläum des Mauerfalls, was auch ganz okay war. Wir sollten einfach ein bisschen erzählen wie es heute alles so ist und wie wir das alles wahrnehmen etc. Glücklicherweise waren noch zwei Deutsch-Brasilianerinnen da, die das Ganze etwas besser in Portugiesisch ausdrücken konnten ; ). Nachmittags waren wir im, auf gefühlte Minusgrade runtergekühltem, Kino und saßen anschließend zu viert noch zwischen den ganzen Restaurants und Imbissen im Shopping Center als ich mich so sehr verschluckt hab, wie glaube ich noch nie in meinem Leben. Mir wurde so schwindelig, weil ich einfach keine Luft mehr bekommen habe, dass ich dann in Mitten der ganzen Leute auf dem Boden saß und mir ein Securitymann des Einkaufscenters auf seinem Segway zur Hilfe eilte. Nach einigen Minuten ging es dann auch wieder, aber das auch war erstmal genug Aufmerksamkeit für den Rest des Jahres…

 

Freitag war eigentlich ein ganz entspannter Tag. Auf dem Weg zu einer Freundin bei der wir das Wochenende gemütlich auf der Dachterrasse einläuten wollten, bin ich einmal schön hingefallen. Aber das schmückt einen Körper denn besser als so ein paar blaue Flecke?!

Samstag war dann so das Highlight meiner gesamten Zeit hier in Brasilien. Gegen Mittag ruft Theresa mich etwas aufgeregt ins Bad. Der ganze Boden war nass und irgendwie wurde das Wasser immer mehr und mehr. In der Dusche stand das Wasser auch schon ein paar cm hoch und als wir aus der Küche Feudel und Eimer holen wollten stellten wir fest, dass auch die Küche schon unter Wasser stand. Das zweite Bad, das wir eigentlich nie benutzen, stand eher „unter Schaum“  wofür ganz offensichtlich die Waschmaschine verantwortlich war. Relativ schnell war klar, dass wir mit Wasser aufwischen, einer ausgeschalteten Waschmaschine und einem Pümpel nicht wirklich weiter kommen. Ich hab dann also Michael angerufen, der war zwar grade unterwegs, hat dann aber von dort aus jemanden angerufen der vorbei kommen sollte. Zwei Stunden später war dieser jemand dann auch in seinen Flip Flops und mit seinem Stoffbeutelchen da um zu versuchen das Problem zu beheben. Michaels Frau kam auch und hat uns geholfen das ganze Wasser, das unaufhörlich von überall kam aufzuwischen und den ganzen Modder, der mit dem Wasser kam, zu beseitigen. Nach einiger Zeit des rumgewerkels hat der nette Herr dann aufgegeben und meinte, dass er uns leider nicht helfen kann und die Reparatur bis Montag warten müsste. Ja, warum auch nicht, Duschen und Toiletten werden in Haushalten ja eigentlich auch überbewertet, wer brauch das schon… Adriana, Michaels Frau, hat dann angefangen bei den anderen Wohnungen im Haus zu klingeln und zu fragen wie es bei denen so aussieht und Michael schneite dann auch irgendwann nochmal rein und erzählte von Leitungen die von toten Ratten und Totgeburten verstopft wurden. Halt so Geschichte die die Laune nicht unbedingt nach oben treiben. Irgendwann kam dann unser Hausmeister der meinte sich dran erinnern zu können wir die Rohre hier verlegt sind und ja, es dauerte zwar noch ein paar Stunden aber gemeinsam haben wir es dann irgendwann geschafft das fast alles wieder funktionierte. Das ganze schmutzige Wasser aus den Leitungen zusammen mit Sand was da so drin war etc, konnten wir ja schlecht wieder in unsere Abflüsse kippen…also haben wir das Wasser eimerweise rausgetragen und auf die Straße gekippt. Ich bin dann direkt weiter zum Supermarkt um stärkeres Putzmittel zu kaufen um die Böden und Wände irgendwie wieder sauber zu bekommen. Vollkommen kaputt und fertig mit den Nerven haben Theresa und ich, Michael und Adriana dann abends aber noch zum Pizzaessen eingeladen, als Dankeschön für ihre Hilfe. Obwohl ich so kaputt war, konnte ich nicht schlafen und als ich es um drei Uhr nachts aufgegeben hatte und wieder aufgestanden bin hab ich festgestellt dass es Theresa genauso ging…

 

 

Sonntag hatten wir dementsprechend nicht wirklich viel Energie und außerdem hatte ich auch einen total fiebrigen Kopf und hab die meiste Zeit im Bett verbracht.

 

 

Heute Morgen wollte ich möglichst gut in die neue Woche starten und bin direkt nach dem Aufstehen zum Strand. Dort habe ich dann noch unseren neuen Mitbewohner getroffen, der nächsten Monat einzieht und so war das Sonnenbad etwas länger als geplant und hat sich direkt mit einem leichten Sonnenbrand gerächt. Aber trotzdem ein Start in den Tag an den man sich durch aus gewöhnen könnte ;)
Nachmittags habe ich noch eine Rückmeldung einer Firma bekommen, bei denen ich vor 2 Wochen ein telefonisches Vorstellungsgespräch hatte. Prinzipiell sehr positiv, da sie geschrieben haben dass sie denken dass es fachlich und persönlich passt. Das Ganze hat aber natürlich auch ein Aber. Der nächste Schritt wäre ein persönliches Vorstellungsgespräch nur bin ich ja in Brasilien, aber dafür hatten sie auch direkt eine Lösung (Hier mal eine gekürzte Version des sinngemäßen Wortlauts): „Da Sie ja leider erst am 27.01 aus Brasilien zurückkommen würden wir sie gerne für den 28.01 um 15Uhr zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch einladen“. Ja gut, ich mein, dass ich erst gegen 22.30Uhr wieder in Hamburg lande wussten sie ja nicht, aber trotzdem…muss das sein? Auf den Tag kommt es doch da nun auch nicht mehr drauf an. Aber wer muss schon erstmal zuhause ankommen!? Eine andere Email die ich heute in meinem Postfach gefunden hab, hat mich allerdings noch viel mehr geärgert… Eine Antwort auf eine Bewerbung die ich am Wochenende verschickt hab die wie folgt begann: „Sehr geehrter Herr Reck“ auch das passiert mit bei weitem nicht zum ersten Mal, nur ist in meinem Lebenslauf ja ein Foto von mir und ich würde es wagen zu behaupten, dass ich schon eher weiblich als männlich aussehe. Die Email enthielt dann eine Absage mit einer Erklärung die nicht zu verstehen war, weil irgendwie die Hälfte des Satzes gefehlt haben muss.  Und dass dann nach dem meine Bewerbung nicht mal geöffnet wurde. Herzlichen Dank kann ich da nur sagen : ). Auf Absagen antworte ich normaler Weise nicht, was will man da auch noch antworten, aber hier konnte ich nicht widerstehen zurückzuschreiben und sie drauf aufmerksam zu machen dass ihre Email von Anfang bis Ende Schrott war. (Nein, keine Sorge, ich habe ich natürlich anders ausgedrückt)

 

 

Ich bin gespannt was der morgige Tag für mich bereit hält : )

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