So schnell geht das

Mit Erschrecken habe ich festgestellt, es ist schon der 18.11. Das heißt, der November ist schon fast wieder rum. Was auch heißt, dass bei euch in Deutschland nun bald die Weihnachtsmärkte und die, jedes Jahr aufs Neue wieder, ach-so-besinnliche Weihnachtszeit anfängt. Ich meine ich sehe hier auch viel Weihnachtszeug. Zig geschmückte Bäume, „Schneemänner“ aus Gras, tanzende Eisbären und Blinklichter in allen denkbaren Farben…aber trotzdem habe ich nicht das Gefühl als wenn bald Weihnachten wäre. Klar es ist auch heiß draußen, die Sonne scheint und ich laufe mit den Füßen im heißen Sand anstatt im kalten Schnee (den ihr aber ja auch noch gar nicht habt). Aber das alles  war in Australien ja irgendwie ähnlich…nur habe ich da auch in einen geschmückten Haus gewohnt und hatte aufgeregte Kinder um mich rum. Hier übersehe ich das Alles doch irgendwie noch etwas mehr. Naja gut, aber es ist ja auch noch über einen Monat hin…das ist mir grade nur alles so aufgefallen…

 

Aber ein kleines bisschen habe ich grade geflunkert...die Sonne scheint nämlich im Moment gar nicht! Es ist stürmisch und regnerisch… am ersten Tag fand ich das wirklich noch ziemlich nett, aber heute fand ich es fast schon kalt in meiner langen Hose. Am Sonntag wollten wir eigentlich auch zu einem Freestyle-Fußball-Meisterschaftsfinale, aber es hat geregnet, da haben wir es dann nur bis zum Schokoladenregal im nächsten Supermarkt geschafft. Aber sobald es regnet sieht man hier auch irgendwie niemanden mehr auf den Straßen. Ich weiß, das klingt jetzt doof, aber das ist auch gar nicht einfach das richtige anzuziehen an solchen Tagen…Für lange Sachen oder geschlossene Schuhe ist‘s oft bei Regen echt zu warm. Also kurze Hose und Flip Flops. Und dann sind überall die Pfützen und der Dreck von den unzähligen Baustellen und mit den Flip Flops wird der Dreck beim Laufen von hinten an die Beine katapultiert und dann steht man da und sieht aus wie Sau. Wenn man dann nach Hause kommt, könnte man sich ja einfach fix die Beine abduschen. Ja, könnte man, wenn die Duschköpfe hier nicht an die Wand geschraubt wären. Dann steht man da mit einem Bein in der Duschen, mit den anderen draußen und versucht nur das Bein in den Duschstrahl zu bekommen und den Rest des Körpers trocken zu lassen…ja, das klappt nicht  so gut. Aber die Hose vorher ausziehen ist auch doof, weil man damit ja quasi den Dreck direkt in die Hose wischt. Und dreckige Klamotten sind hier nochmal so eine ganz andere Sache… mit Waschmaschinen die nur kaltes Wasser haben und man am Herd steht um Wasser aufzuwärmen um zu mindest ein paar Sachen heiß zu waschen,… ach liebe Leute, ja, das sind so die alltäglichen Problemchen mit denen ich mich hier rumschlage!

 

Letzte Woche haben Theresa und ich in der Uni gegessen und plötzlich kam jemand auf uns zu, die uns vor Wochen mal von einer Kommilitonin vorgestellt wurde, quasselt drauf lauf und stellt uns eine Freundin von sich vor, die uns in sehr guten deutsch begrüßt. Was dann so genau passiert ist weiß ich auch nicht, auf jeden Fall gehen wir nun diesen Donnerstag zu einem Seminar zum Thema „25 Jahre Mauerfall“ und da sollen wir drüber reden wie es denn jetzt so ist in Deutschland. Ja….so schnell lässt man sich in sowas reinquatschen. Wer so die Leute sind die an dem Seminar teilnehmen weiß ich auch nicht…aber das werden wir dann ja schon sehen. Immerhin schön zu sehen, dass die Leute hier wissen, dass die Mauer schon längst „gefallen“ ist. Noch vor 3 Monaten, als ich mich online bei der Polizei registrieren musste, musste ich zwischen Ost- und Westdeutschland auswählen. Naja…so ein Update kann man ja mal vergessen. Dieses Onlineformular wurde ja bestimmt auch noch zu DDR Zeiten erstellt ;)

Nochmal zurück zu der deutschen Begrüßung: So viele Leute lernen hier Deutsch! Das hätte ich nie gedacht, aber wenn man sagt dass man aus Deutschland kommt, regieren echt viele Leute mit „Ich spreche ein bisschen Deutsch“. Wirklich erstaunlich

 

In letzter Zeit versuchen Theresa und ich auch immer mal wieder hier aus dem Stadtteil rauszukommen. Irgendwie ist man ja sonst doch immer an den gleichen Plätzen und das ist einer so großen Stadt ist ja eigentlich auch Verschwendung.

 

 

Die ersten Reisepläne sind inzwischen auch geschmiedet. So wie wir es schon „erträumt" haben bevor wir unseren Studienplatz hier überhaupt sicher hatten, werden wir Silvester in Rio de Janeiro und vermutlich mit 2 Millionen anderen Menschen an der Copacabana verbringen. Flüge und Hostel sind gebucht und die Vorfreude  gab‘s gratis dazu!! Wohin es anschließend gehe soll, haben wir noch nicht entschieden…das Land ist einfach sooo groß…

 

So, nach meinen ganzen Abschweifungen hat sich die Seite nun ja auch wieder ganz gut gefüllt und meine Befürchtung, dass ich gar nichts zu schreiben habe, hat sich auch erledigt...

Ich wünsche euch eine gute Nacht bezeihungsweise einen guten Morgen oder einen schönen Tag, was auch immer, bis bald :)

 

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