Vom Paradies zurück in die harte Realität

Ein EIGENTLICH sehr entspanntes Wochenende geht zu Ende…
Samstag sind wir mit brasilianischer Pünktlichkeit mit 40minütiger „Verspätung“  und bei Regen zur Fähre gefahren. Wir sind in dem Fall, Theresa, zwei andere deutsche Studenten, Michael und seine Frau. Nach 40Minuten Fahrt waren wir auf Iparica, haben uns ein Taxi geschnappt in das wir unsalle 6 mit Gepäck reinquetschten und los ging die wilde Fahrt. Zwischendurch haben wir noch eben alles Nötige an Lebensmitteln einkauft, der Himmel klärte langsam auf und die Straßen wurde Meter für Meter schlimmer. Michaels Haus liegt direkt am Wasser und einfach mitten im Nichts. Wir brauchten ca. eine Stunde über hügelige, matschige Sandpisten die eigentlich nur aus Schlaglöchern bestanden.


Nach dem Ankommen haben wir die meiste Zeit mit schwimmen, segeln, lesen, entspannen  und dem Trinken von frischem Kokoswasser verbracht. Micheal hat einen kleinen Segelkatamaran mit dem er uns alle abwechselnd mal mitgenommen hat. Trottelig wie ich bin habe ich mir beim Versuch auf das Ding drauf zu hüpfen beide Oberschenkel und den Bauch aufgeratscht :-/ Abends gab es frisch gefischten Fisch, Bier und natürlich Caipis. Zum Schlafen haben wir uns in die Hängematten auf dem super schönen Balkon gelegt. Allerdings war die Luft durch den Regen so abgekühlt dass die Nacht wirklich frisch war und wir nachts alle noch in Betten umgezogen sind.

 

 

Heute Morgen war Ebbe und wir sind ein ganzes Stück am Strand entlang gelaufen und Michael hat uns die Mangrovenwälder gezeigt. Um die zu bewundern mussten wir allerdings durch kniehohen Matsch und zwei Flüsse laufen, aber mit strahlendem Sonnenschein geht das ja alles;)
Den Rest des Tages habe ich überwiegend lesend in einer Hängematte verbracht und die wunderschöne Landschaft genossen. Umso später es wurde desto schlechter wurde das Wetter. Der Taxifahrer der uns abholte tat mir wirklich ein bisschen leid, im Dunkeln, bei Regen über diese Wege…wir wurden ordentlich durchgeschüttelt auf und  ich war froh dass wir nirgends stecken geblieben sind. An dem Fähranleger war super viel los und wir mussten bestimmt eine Stunde warten bis wir auf die Fähre konnten…und da ging das Ganze Drama dann erst richtig los:

 

Michael, seine Frau und einer von uns haben einen Sitzplatz abbekommen, wir anderen 3 haben uns an die Seite gestellt. Als Michael aber kurz wegging kam jemand und wollte den Platz. Adriana (Michael‘s Frau) hat versucht das zu erklären dass der Platz besetzt ist und meinte zu uns, dass sich ja erstmal eine von uns sich dort hinsetzten könnte. Der Mann wollte aber nicht so recht verstehen dass der Platz besetzt war und ich dachte mit, okay, ich geh einfach hin, setzte mich erstmal damit es keinen Grund mehr gibt und diesen Platz zu streiten…Naja… da kam ich nun als Weiße und setzte mich auf diesen Platz… liebe Leute ich kann euch sagen: Das kam nicht bei allen gut an!! Die ganze Situation kochte etwas hoch, und die Frau neben mir mischte sich dann auch noch ein. Es dauerte nicht lange bis wir die Aufmerksamkeit so ziemlich aller Fahrgäste hatten. Den genauen Inhalt der „Gespräche“ kann ich euch leider nicht erzählen, meine Sprachkenntnisse reichen einfach nicht aus um ein solches Geschrei zu verstehen. Der Frau ging es wohl um das allgemeine Recht auf einen Sitzplatz und das man solche nicht freihalten dürfe (allgemeines Recht auf einen Sitzplatz, so könnten wir ja auch mal bei der deutschen Bahn argumentieren ;) ). Erst hat sie ihr Popcorn durch die Gegend geworfen, ist dann wutentbrannt und schreiend aufgestanden hat ihre Taschen weggeschmissen und ich dachte kurz, dass jetzt bestimmt gleich die Fäuste fliegen. Plötzlich fingen sämtliche Leute an zu grölen und die ersten hielten mit ihren Handykameras drauf. Ich war so geschockt und bin immer weiter in meinem Sitz versunken, hab einfach gar nichts gesagt und mit dem Gedanken gespielt einfach wieder aufzustehen, was die Situation aber vermutlich nur noch verschlimmert hätte. Die einzigen Wörter die ich dann noch verstanden habe waren „braco“ (weiß) und „negro“ (schwarz). Die gute Frau hat nicht verstanden warum Adriana als Schwarze einer Weißen den Platz freigehalten hat. Naja, daraufhin ist Adriana noch viel mehr ausgerastet, weil das ja zum einen einfach rassistisch und zum anderen völlig belanglos war.

 

Naja liebe Leute, was soll ich dazu noch sagen?! Ich war froh als ich von dieser Fähre runter konnte. Das Video ist bestimmt schon irgendwo bei youtube :D.

 

 

In diesem Sinne ihr Lieben, geht raus und predigt euren Mitmenschen Toleranz :) ;) 

 

PS: Ich hab' auch ein paar Fotos hochgeladen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Tanja Dede (Montag, 25 August 2014 22:21)

    Hey Solli lass Dich nicht unter kriegen. Schön von Dir zu hören. Weiß leider den Zugangscode nicht mehr.
    Liebe Grüße aus Stade Tanja und der Rest der Familie